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Erbärmliche lächerliche Übersetzungen
10.05.2007Als Paris Hilton vor kurzem zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, rief ihre Mutter dem Staatsanwalt entgegen: “You are pathetic!” Dieses Zitat findet sich zum Beispiel in diesem Bericht der Presseagentur Reuters wieder:

Eigentlich sollte es für diesen Satz eine eindeutige Übersetzung geben, die man auf der Webseite der Rhein-Neckar-Zeitung findet:

Hier ein Ausschnitt aus einem Bericht auf www.n-tv.de zu dem Thema:

Zwar ist der Kernsatz richtig übersetzt, allerdings ruft Hilton bei n-tv diesen Satz dem Richter, nicht dem Staatsanwalt entgegen. Es ist auch nicht ganz so einfach, den Satz “You are pathetic!” korrekt zu übersetzen, wie sich am Beispiel der Presseagentur AFP zeigt (die auf Übelsetzt schon einmal erwähnt wurde):

“Lächerlich” wäre eher “ridiculous” gewesen, aber es gibt keine Meldung amerikanischer Presseagenturen, wo Kathy Hilton dieses Wort benutzt hätte. Der Berliner Kurier liefert eine noch freiere Übersetzung:

Statt “Sie sind erbärmlich!” oder “Sie sind lächerlich!” heißt es jetzt “Das ist ja lächerlich!”
Eine Suche auf den wichtigsten Nachrichtenseiten zeigt, daß wohl nur die wenigsten Seiten diese Meldung vollkommen korrekt übersetzt haben. Es bleibt zu hoffen, daß man bei wirklich wichtigen Nachrichen mehr Sorgfalt walten läßt.
The Queen is not verzückt
28.02.2007Für einige Übersetzer bei den deutschen Presseagenturen ist es scheinbar normal, daß man einen Artikel bei der Übersetzung ein wenig “aufpeppen” darf, auch wenn man dadurch Menschen Dinge in den Mund legt, die sie so eigentlich nicht gesagt haben. Ein Beispiel dafür ist ein Artikel über Helen Mirren, die diese Woche den Oscar für ihre Rolle im Film “The Queen” gewann und die dafür angeblich von der Queen höchstpersönlich zum Tee eingeladen wurde.
Auf yahoo.com findet man einen Artikel von der Presseagentur AP aus dem der folgende Ausschnitt stammt:
“Pleased” bedeutet so viel wie “erfreut” oder “zufrieden”. Also heißt die Aussage der Palast-Sprecherin übersetzt: “Ich bin sicher, daß die Königin erfreut sein wird.” Erfreut soll sie dabei über den Oscar-Gewinn von Helen Mirren sein. Dies ist die einzige Aussage der Palast-Sprecherin zur Reaktion der Queen, die man in allen Versionen dieses Artikels finden kann.
In einer deutschen Version des Artikels (auf yahoo.de, von der Presseagentur AFP) wird daraus folgendes:

Nicht nur bezieht sich die Aussage der Sprecherin nun auf das Treffen anstatt auf den Oscar-Gewinn. Die Königin ist jetzt auch nicht mehr “erfreut”, sondern “verzückt”. Aus britischer Höflichkeit im Original wird so in der deutschen Version fast schon zügellose Ekstase.
Silikonium - Teil 2
17.02.2007Da es ein scheinbar unerschöpfliches Reservoir von Webseiten gibt, auf denen dieser Fehler vorkommt, hier nochmal einige Beispiele zu Silicium/Silikon-Fehlern (den ersten Teil und die Erklärung des Fehlers findet man hier).
Die Seite “IT-Times” gehört dabei in die Kategorie “Die hätten es besser wissen müssen…”, denn hier handelt es sich immerhin um eine Seite, die sich nach eigenen Angaben auf die Kategorien “Halbleiter, Telekommunikation, Internet” konzentriert. Trotzdem lief es gleich in zwei Artikeln schief, nämlich hier und hier:


Die dpa erfindet mit dem “Silikon Valley” (korrekt eigentlich “Silicon Valley”) gleich einen komplett neuen Ort. Dieser Artikel wurde von mehreren Webseiten uneditiert übernommen, unter anderem von Computerhilfen.de, also auch eine Webseite, wo man den Unterschied zwischen Silicium und Silikon hätte kennen können:

Bei diesem Artikel im Innovations-Report hat wohl auch ein Wissenschaftsredakteur geschlafen:

Wenn der Optionsscheinecheck über die Firma Shin-Etsu berichtet, dann geht es wirklich um einen Hersteller von Silicium-Wafern und nicht um einen Produzenten von Brustimplantaten aus Silikon, wie man vermuten könnte:

Auch eine deutsche Übersetzung eines Science@NASA Artikels ist gegen Silikonium-Fehler nicht gefeit. Nicht nur geht es im Originalartikel eindeutig um “Silicon” (also Silicium) - es dürfte auch recht unwahrscheinlich sein, daß es irgendwo größere natürliche Vorkommen von Silikon gibt. Der Fehler ist übrigens auf der Seite häufiger passiert, wie die Suchfunktion der Seite offenbart.

Ein etwas unschöner Zusatz zu diesem Artikel: Er wurde von Herrn Frank Erhardt übersetzt, der auf seiner Webseite weiterhin die korrekte Autorenangabe von der NASA-Webseite für alle Artikel stehen läßt (voll und ganz ohne sich selber in den Vordergrund zu drängen, obwohl er sicherlich trotz des kleinen Silikon-Fehlers eine Nennung mehr als verdient hätte). Der Artikel wurde scheinbar hier gespiegelt, und auf dieser Seite gibt es jetzt plötzlich einen neuen Autor:

So macht eine andere Webseite den Übersetzer zum Autor. Dr. Tony Philips, der ursprüngliche Autor des Artikels, nahm es auf Anfrage gelassen und mit Humor. Die feine Art ist es trotzdem nicht, den ursprünglichen Autor einfach unter den Tisch fallen zu lassen.
Firma gefunden!
11.01.2007Heute berichteten die Presseagenturen, daß die Hamburger Firma “bacoc” beabsichtigt, die insolvente BenQ Mobile zu kaufen. Es lohnt sich, einen Blick auf die Webseite von bacoc zu werfen, denn bei einem Unternehmen das nach eigenem Bekunden international tätig ist, ist die englische Übersetzung des Internetauftritts auf jeden Fall ein Indikator für die Professionalität dieser Firma.
Hier drei Beispiele aus der englischen “About”-Seite von bacoc:

Hoffentlich auch “of our company”.

Wo wurde bacoc denn gefunden? Eine Firma einfach so zu finden, muß ein absoluter Glücksfall sein. Oder meinte man da doch eher “founded” (=“gegründet”) und nicht “found” (=“gefunden”)?
Zudem liegt die Vermutung nahe, daß es eher um “security systems” als “safety systems” geht, sofern hier nicht von Produkten wie Sicherheitsgurten für mobile Bürolösungen die Rede ist.

“Rapid travel”? Wohin reiste die gefundene Firma denn? Die Zweigstellen dürften auch eher “at the end of the 90’s” gegründet worden sein.
Eine Firma, die BenQ kaufen will, kann sich noch nicht einmal einen professionellen Übersetzer für ihre Webseite leisten? Es hätte doch schon gereicht, einen “Native Speaker” aus den Zweigstellen in London oder den USA mal über die Seite schauen zu lassen.
Update, 2.2.2007: Die Firma bacoc hat mittlerweile bekanntgegeben, daß sie doch kein Angebot für BenQ abgeben wird.
Fun with Babelfish (Teil 2)
05.12.2006Daß der arme Babelfish die Yahoo-Webseite nicht korrekt übersetzt, kann man ihm kaum übelnehmen, aber die Übersetzungen strotzen oft nur vor unfreiwilliger Komik. Hier neue Beispiele von heute:
Links das Original, rechts die Babelfish-Übersetzung:

Schlurzt?? Also im Duden steht das Wort nicht. Da kann man dem Babelfish wirklich keinen Vorwurf machen, sondern nur den Leuten, die ihn mit Vokabeln gefüttert haben.
Hier ist das Original oben und die Babelfish-Übersetzung unten:

Es ist schön, daß der vermißte Mann regelmäßig Zusammenfassungen zur Suche nach ihm erhält.
Viel schöner ist aber noch, wie der “Shuttle launch” (also der Start des Space Shuttles) zu einer Doppelventilkegelprodukteinführung mutiert.


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